Zwiefalten

Kurzbeschreibung:
Diese spätbarocke Kirche ist ein Werk von Johann Michael Fischer. Sie wurde 1765 geweiht. Besonders erwähnenswert sind die Skulpturen von J.J. Christian und das Chorgestühl, bei welchem dieser ebenfalls beteiligt war.


 

Die Geschichte des ehemaligen Klosters Zwiefalten beginnt 1089.
In diesem Jahr erfolgte eine Stiftung durch die Grafen Kuno und Luithold von der Achalm. Benediktiner aus Hirsau zogen ein. 1109 wurde die erste romanische Klosterkirche geweiht.
Die heutige Anlage wurde 1668 begonnen. Vollendet wurde sie von Michael Thumb und Franz Beer. 1738 wurde die romanische Kirche abgebrochen und 1739 wurde mit dem Neubau der spätbarocken Kirche durch Josef und Martin Schneider begonnen. Bereits 1741 übernahm Johann Michael Fischer die Bauleitung.
Die Kirche, Fischers größter Sakralbau, wurde 1765 geweiht und 1803 zusammen mit dem Kloster säkularisiert. 1812 wird sie katholische Pfarrkirche. Das Kloster wurde eine Heil- und Pflegeanstalt.

Zwiefalten ist eine spätbarocke Wandpfeilerkirche mit Querhaus und einschiffigem Chor. Das Querhaus in der Mitte teilt die Kirche in Langhaus und Chor, die jeweils eine Länge von 30 m besitzen. Die längsovalen Seitenkapellen im Hauptschiff werden von in den Mittelraum vorkurvenden Emporenbrüstungen begrenzt. Die Emporenbrücken sind die schönsten des deutschen Barock. Der Wessobrunner Stuckator Johann Michael Feuchtmayer d.J.schuf 1747-1758 über der Gebälkzone sehr ausgereifte Stuckornamente.


Vorhalle: Drei Deckenfresken wurden von Franz Sigrist gemalt. An der Ostwand findet man ein von Jörg Syrlin d.J. 1520 geschaffenes Kruzifix.
Orgel: 1958 von der Firma Reiser erbaut.

Deckenfresken: von Franz Joseph Spiegler:
Hauptschiff: Es handelt sich um ein Spitzenwerk der barocken Deckenmalerei. Er schuf es 1751, dabei fasste er alle 4 Joche des Langhausmittelraums zu einem riesigen Fresko zusammen, mit dem Thema: Die Ausbreitung des Glaubens. Von der hl. Dreifaltigkeit über Maria und den hl. Benedikt erreicht der Gnadenstrahl weitere Heilige. In der Randzone findet man berühmte Marienwallfahrtsorte.

Vierung: Krönung Mariens mit über 200 Heiligen; in den Zwickeln die vier Erdteile.

Querschiffarme: Im Norden zeigen sie die Aufnahme des hl. Stephanus, im Süden die des hl. Benedikt in den Himmel. Mönchschor: Hier schildert Spiegler das Martyrium des hl. Placidus und seiner Gefährten, eine Begebenheit aus der frühen Geschichte des Benediktinerordens.
Altarraum: Ebenfalls eine Szene aus der Ordensgeschichte, Maria überreicht dem hl. Ildephonus das Meßgewand.

Die restliche Fresken stammen von Andreas Meinrad von Au.









Skulpturen: Größtenteils stammen diese von Johann Joseph Christian. Am bedeutendsten ist wohl die Kanzel-Ezechiel-Partie. Die Figur des Ezechiel ist dargestellt in seiner Vision vom Totenfeld, das uns dann die Kanzel vor Augen führt. Neben der Skulptur des Ezechiel sind die Soldatenputti und die übrigen Figuren um ihn herum von herausragender Bedeutung. Am Fuß der Kanzel wird die Sünde dargestellt, am Korpus der Kanzel sehen wir die Vision des Propheten, dargestellt als Totengerippe, und auf dem Schalldeckel findet man Christus am Kreuz.

 

Hochaltar: Das Altarblatt stammt von Franz Joseph Spiegler. Bei den Figuren handelt es sich um Papst Benedikt XIV und den Erzengel Gabriel. Rechts steht der Prophet Isaias und der Hohepriester Joakim.

Chorgestühl:
Diese Arbeit ist ein Gemeinschaftswerk des Schreiners Martin Hermann aus Villingen und von Johann Joseph Christian, der die Schnitzarbeiten und Ausschmückungen übernahm.




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