Wiblingen

Kurzbeschreibung:
Spätbarocke Kirche (erbaut um 1775) mit schönen Deckenfresken von Januarius Zick.

 

Die Geschichte des ehemaligen Klosters Wiblingen beginnt 1093. In diesem Jahr erfolgte eine Stiftung durch Hermann und Otto, Grafen von Kirchberg - Benediktiner zogen ein.

Die heutige Anlage wurde 1714 begonnen. 1803 wurde das Kloster säkularisiert und ging 1806 an Württemberg. 1993 erklärte Papst Johannes Paul II die Kirche anläßlich des 900-jährigen Bestehens zur Basilica Minor. 1714 wurde die Stiftsanlage durch den Maurermeister Christian Wiedemann begonnen. 1739 nach dessen Tod durch seinen Sohn Johann Baptist weitergeführt. 1744 konnte Franz Martin Kuen die Fresken im Bibliothekssaal fertigen. 1750 wurde Johann Michael Fischer berufen, um den Stiftsbau fortzuführen. 1757 Osttrakt, Kapitelsaal und angrenzender Teil des Südtraktes sind fertig. Fischer liefert außerdem Ideen für den Neubau der Kirche, die er aber nicht mehr verwirklichen konnte. Seine Vorstellung der Zentrierung des langgestreckten Kirchenraumes mit nach außen gewölbter Fassade griff Johann Georg Specht wieder auf. Er wandelte das Querrechteck in ein Viereck um, stutzte die im Halbkreis ausschwingenden Querschiffarme zu segmentförmigen Exedren, verzichtete auf Wandpfeiler und flankierte anstelle des Chores die Fassade mit zwei über Eck gestellten Türmen.
1772 Grundsteinlegung zur Kirche nach den Entwürfen von Johann Georg Specht und dessen Sohn Thomas. 1774-1777 wurde der Dachstuhl aufgerichtet durch Johann Georg Stiefenhofer.


1776 Modell von Johann Joseph Christian für das Chorgestühl, das leicht überarbeitet von seinem Sohn Franz Joseph Friedrich ausgeführt wurde.

1778 kam Januarius Zick nach Wiblingen und ab 1779 arbeitet er an den Deckenfresken. Faßmalerei und Vergoldung durch Martin Dreyer, sowie die Bilder an den Seitenaltären nach Entwürfen von Zick.
Benedikt Sporer aus Wessobrunn fertigte die Stuckmarmorarbeiten der Altäre und der Kanzel. Von Johann Schnegg stammt die Figurplastik. Die Apostel aus Stuck auf den Emporenbrüstungen sind von Fidelis Mock, Tabernakel, Mensa, Beichtstühle und Kirchengestühl von Christian Unsöld.

1780/81 Orgel von Johann Nepomuk Holzhay, die 1973/74 durch eine neue Orgel ersetzt wurde.

Die Kirche wird beherrscht von dem mächtigen Kuppelraum im Zentrum. Vierung und Querschiff scheinen zu einer Raumeinheit verschmolzen. Vorbilder für diesen runden Raum in der Mitte: Neresheim (1745), Rott am Inn (1759) und St. Gallen (1755), wobei die Wiblinger Kirche wohl am meisten mit St. Gallen verbunden ist.
Thema der Innenraum-Ausstattung: Botschaft des Kreuzes Christi.
Im Altarraum: Fresko der Abendmahlszene (J.Zick)
Hochaltarblatt: Bild vom Berg Golgotha (J.Zick)
Fresken im Chorjoch, in der Vierung und im Hauptschiff: Kreuzauffindung, Kreuzerhöhung, Kreuzapotheose (J.Zick)
In der geitlichen Mitte der Kirche steht ein spätgotisches Kruzifix (1490) von Nikolaus Weckmann.
Gegenüber der Kanzel ist die Aussendung der Apostel dargestellt.
In der nördlichen Seitenkapelle hängt ein geschnitzter Kruzifixus von Hans Multscher (Mitte 15.JH.)



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