Rot an der Rot

Kurzbeschreibung:
Spätbarocke, klassizistische Kirche. (Baubeginn 1777)
Sehenswert sind vor allem die Fresken von Januarius Zick.
Stuckiert wurde die Kirche von Franz Xaver Feuchtmayer dem Jüngeren.

 

1126 wurde das Prämonstratenserstift durch Norbert von Xanten (Ordensgründer; Statue in der Fassade) gegründet. Das Kloster wuchs schnell, schon 1137 konnte man Mönche nach Wilten bei Innsbruck senden (Wilten ist das einzige nicht säkularisierte Prämonstratenserstift aus der großen Roter Klosterfamilie, das bis heute besteht). 1140 wurde das Frauenkloster ausgelagert (Bruderschaftkirche St. Johann). Bis zu seiner Säkularisation 1803 erlebte es eine wechselvolle Geschichte. Die Kirchen wurden Eigentum der Kirchengemeinde, das Klostergebäude kam über verschiedene Grafen, die württembergische Landsiedlung und die Stadt Stuttgart für kurze Zeit wieder in den Besitz des Prämonstratenserordens, der 1947 eine Wiederbelebung der alten Abtei anstrebte. Dieser Versuch gelang nicht. 1960 erwarb die Diözese Rottenburg das Konventsgebäude und machte eine Jugendbildungsstätte daraus.

Erhaltene Nebengebäude sind im Besitz der Gemeinde Rot, Landwirtschaftlicher Besitz ging in kleinen Parzellen an Bauern.

Die Pfarrkirche St. Verena: Die ersten 550 Jahre sind bruchstückhaft. Erst vom barocken Neubau nach der Brandkatastrophe von 1681 weiß man mehr. Die Sakristei, Chorgestühl, die beiden Türme, Beichtstuhlfiguren und verschiedene Bilder sind davon noch erhalten. 1777 ließ Abt Mauritius von Biberach gegen den Willen des Konvents die keineswegs baufällige Kirche abreißen, um einen klassizistischen Bau beginnen zu können. Nach seinem Tod musste der Nachfolger das Werk vollenden, Fertigstellung der Pläne und Bauleitung übernahmen die Mönche selbst. 1786 konnte die neue Kirche geweiht werden.

Das Innere:
Der Bau ist vom Klassizismus geprägt, Schlichtheit und Ruhe verkörpern das Ideal dieses Baustils. Von seiner ursprünglichen Zweckbestimmung her eine typische Klosterkirche - der Mönchschor nimmt die halbe Länge des Baus ein.

Die Fresken: Die zwei vorderen Deckenfresken (über dem Hochaltar und zwischen den Türmen) sind von Meinrad von der Au in barockem Stil und Komposition gemalt und unterscheiden sich damit deutlich von der vier anderen Fresken des Januarius Zick, die nicht mehr im barocken Illusionismus gemalt sind.
Die Themen:
Über dem Hochaltar: Szenen aus dem Leben des hl. Norbert
zwischen den Türmen: Triumph Norberts über die Leidenschaften
von Westen zum Chor: Austreibung aus dem Tempel; der 12-j. Jesus im Tempel; Abendmahl; Maria Himmelfahrt

Ausstattung
Stuckiert wurde die Kirche von Franz Xaver Feuchtmayer dem Jüngeren. Als Fassmaler war Martin Dreyer aktiv.
Die Herkunft des Hauptaltars ist nicht bekannt, das Bild von Johannes Heiß stellt die Geburt Christi dar.
Das reich verzierte hochbarocke Chorgestühl wurde 1691-93 geschaffen, die Werkstatt kann man nicht sicher nachweisen.
Bei den verschiedenen Seitenaltären findet man ein Altarbild von Zick: Taufe Jesu am Jordan.
Beide Orgeln wurden von Johann Nepomuk Holzhey gebaut. Zu erwähnen bleibt noch die Sakristei mit einer schweren Stuckdecke. (Johann Schmuzer?)





Bilder zur Barockkirche in Rot an der Rot

    Zick-Fresken

 

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